CFP: Verleger und ihre Briefe in der deutschsprachigen Aufklärung, Wittenberg/Germany, X/2015

Conference title: Verleger und ihre Briefe in der deutschsprachigen Aufklärung. Das Kommunikationsfeld Autor – Verleger – Herausgeber
Place and time: Wittenberg, 1.10. – 3.10.2015
Organizers: 
Prof. Dr. Thomas Bremer, Universität Halle-Wittenberg
(thomas.bremer@romanistik.uni-halle.de)

Prof. Dr. Christine Haug, Universität München
(christine.haug@germanistik.uni-muenchen.de)

Prof. Dr. Helga Meise, Universität Reims
(helga-maria.meise@univ-reims.fr)

Deadline for submitting abstracts to the organizers: 15.5.2015

Description:

Erst seit wenigen Jahren haben die Literatur- und die Kulturwissenschaft erkannt, ein welch großes Potential für die Rekonstruktion der Mechanismen der Ideenzirkulation, aber auch des ökonomischen Hintergrunds in der Buchproduktion der Aufklärung von den sogenannten ‘Verlegerbriefen’ gebildet wird. Angestoßen von den Forschungen Robert Darntons zur ökonomischen Seite der europäischen Encyclopédie-Rezeption durch die Auswertung des Archivs der Société Typographique de Neuchâtel, wurden in den letzten Jahren zunehmend Verlagsarchive erschlossen (z.B. Gebauer in Halle), Archive in öffentlichen Besitz übereignet (z.B. Vandenhoeck) und Briefwechsel zwischen Autoren und ihren Verlagen ediert und analysiert.

Die geplante Tagung im Rahmen des CIERA-Projektes « La civilité épistolaire en Allemagne au XVIIIe siècle: stratégies, conflits, réseaux, matérialité (1740-1815) / Briefkultur im Deutschland des 18. Jahrhunderts: Strategien, Konflikte, Materialität (1740-1815)» legt ihren Schwerpunkt ebenso auf die briefliche Kommunikation zwischen Autoren und Verlegern als auch auf die zwischen Verlegern untereinander (z.B. mit Blick auf gemeinsame Projekte oder editorische Absprachen) und zwischen Autoren und Autoren im Hinblick auf ihre Verlagserfahrungen.

Gedruckte wie ungedruckte Briefwechsel stellen hier eine wichtige buchgeschichtliche Quelle dar, sie beleuchten den Entstehungshintergrund wichtiger Werke ebenso wie die Entdeckung ganzer Netzwerke aufklärerischer Autorenbeziehungen (etwa im Falle Nicolais). Ein Drittel (wenn nicht gar mehr) der Arbeitszeit eines Verlegers im 18. Jahrhundert wird von der Erstellung seiner Korrespondenz beansprucht, wobei deren unternehmensinterne Details (die Anlage der Kopierbücher, die Ordnungs- und Ablagesysteme, der Zusammenhang zwischen Korrespondenzen, Reisetätigkeit und Geschäftserfolg) bis heute weitgehend ununtersucht geblieben sind.

Aus dieser Situation ergibt sich die Fragestellung der Tagung. In ihrem Mittelpunkt sollen Verlegerbriefe stehen, sowohl im Sinne von Geschäftsbriefen als auch als Texte zur ‘Beziehungspflege’ mit Autoren sowie als Bestandteil einer öffentlichen Kommunikation. Eine zeitliche Grenze soll zwischen etwa 1750 und etwa 1790 gezogen werden; zur deutschsprachigen Aufklärung sollen die Habsburger-Gebiete sowie der Ostsee-Raum ausdrücklich mit einbezogen sein. Als denkbare zu berücksichtigende Verleger seien stellvertretend Nicolai, Göschen, Dieterich, Merck, Gebauer, Trattner, Unger, Vandenhoeck, Boie, Campe, Reich genannt; als exemplarisch in Verlegerbriefwechsel verwickelte Autoren u.a. Gleim, Forster, Wieland, Jacobi, Sulzer, Gellert und viele andere, v.a. auch weniger bekannte Autor/innen der Zeit. Erwünscht sind auch Studien, die eine vergleichende europäische Dimension eröffnen, etwa zu Berger-Levrault in Straßburg oder Carl Friedrich Cramer in Paris.

Die Tagung wird vom 1. bis 3. Oktober 2015 in Wittenberg stattfinden. Die Aufenthaltskosten für die Autor/innen angenommener Vortragsvorschläge werden übernommen; über die Übernahme der Reisekosten wird noch verhandelt.


CFP originally circulated via H-Germanistik.

 

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