Conference announcement: Schreiben in die alte Heimat […]

Conference title: Auswandererbriefe in der Kultur des 19. Jahrhunderts, Interdisziplinärer Workshop in Kooperation mit der Nordamerikaauswandererbriefsammlung (NABS) der Forschungsbibliothek Gotha
Organised by:  Anna-Maria Post (Universität Erfurt),  Prof. Dr. Wolfgang Struck (Universität Erfurt)
Date and venue: 12 – 13 June 2014; Schloss Friedenstein in Gotha, Seminarraum des Pagenhauses
Please register with: Anna-Maria Post (anna-maria.post@uni-erfurt.de)

“Nach Amerika!” — in der Zeit von 1820 bis 1930 folgten ca. 6 Millionen Deutsche diesem Ruf und machten somit das lange 19. Jahrhundert zum Zeitalter der Massenauswanderung. Innerhalb dieser Zeitspanne werden ca. 250 Millionen Briefe zwischen Amerika und der alten Heimat ausgetauscht. Diese Auswandererbriefe zeugen bis heute von den vielfältigen Beweggründen für Auswanderung, von Problemen und Krisen während der Integration in die ,Neue Welt’, sowie von Konfrontation mit der fremden Kultur und der damit einhergehenden Reflektion des Eigenen. Von der Bedeutung der Auswandererbriefe für die Kultur des 19. Jahrhunderts zeugt darüber hinaus das zahlreiche Aufkommen von Auswandererbriefen in den verschiedensten Medien. Nicht nur in Auswandererperiodika und -ratgeberliteratur, wo Briefe zu Werbezwecken für die Auswanderung abgedruckt wurden, sondern auch in Zeitungen, illustrierten Familienblättern, Volkskalendern und politischen Pamphleten werden Auswandererbriefe medial verbreitet. Zahlreiche Stiche und Gemälde zeigen darüber hinaus Leseszenen von Auswandererbriefen. Und nicht zuletzt greifen literarische Texte in vielfältiger Art und Weise auf Auswandererbriefe als Element ihrer Erzählung zurück, wodurch die ,Briefe aus Amerika’ in einen fiktiven Rahmen gerückt werden.

Die historische Forschung hat die Bedeutung der Auswandererbriefe als Quelle für mentalitäts- und sozialgeschichtliche sowie sprachwissenschaftliche Untersuchungen längst für sich entdeckt. Auf diesem Hintergrund entstand in der Mitte der 1980er Jahre unter der Leitung von Prof. Wolfgang Helbich eine Briefsammlung, die im Jahr 2000 an die Forschungsbibliothek Gotha überführt wurde. Dort befinden sich zur Zeit etwa 10.000 Originalbriefe, die Auswanderer aus Amerika an Verwandte und Freunde in Deutschland geschrieben haben, sowie 2000 Kopien von gedruckt vorliegenden Auswandererbriefen. Die hervorragende Sammlung am Veranstaltungsort Gotha bietet des Weiteren zahlreiche andere Informationen rund um den Themenkomplex Auswandererbrief und Amerika-Auswanderung.

Auf dem Hintergrund der Briefsammlung in Gotha möchte der Workshop in einer dezidiert interdisziplinären Perspektive die Möglichkeiten ausloten, die das Phänomen Auswandererbrief und seine mediale Verbreitung für die Literatur-, Geschichts-, Medien- und Kulturwissenschaften bietet.

Donnerstag, 12. Juni 2014
18:00 Anna-Maria Post/Wolfgang Struck (Universität Erfurt): Begrüßung und Einleitung

SEKTION I: DIE AUSWANDERERBRIEFSAMMLUNG
18:30 Cornelia Hopf (Forschungsbibliothek Gotha): Führung durch die Forschungsbibliothek Gotha mit besonderem Bezug zur NABS

19:15 Ursula Lehmkuhl (Universität Trier): Auswandererbriefe als historische Quelle — Oder: Wie liest man Auswandererbriefe?

20:00 gemeinsames Abendessen

Freitag, 13. Juni 2014
SEKTION II: MEDIUM AUSWANDERERBRIEF
09:30 Mathias Beer (Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde Tübingen): Was ist ein Auswandererbrief? Überlegungen zu Definition, Funktion und Quellenwert

10:15 Judith Matzke (Sächsisches Staatsarchiv — Staatsarchiv Chemnitz): Von Glauchau nach Brasilien — Erzählstrategien, Adressatengerechtigkeit und geschlechterabhängige Schreibstile in Auswandererbriefen

11:00 Kaffeepause

11:15 Sebastian Gottschalk (Freie Universität Berlin): Auswandererbriefe als Medium transnationaler sozialer Räume

SEKTION III: MEDIALE VERBREITUNG VON AUSWANDERERBRIEFEN
12:00 Débora Bendocchi Alves (Universität zu Köln): Briefe aus Brasilien: die Kaffeepflücker — veröffentlichte Auswandererbriefe in den Zeitungen des Günther Fröbel Verlags

12:45 Lisette Winkler (Ecoles des Hautes Etudes en Sciences Sociales Paris): Briefwechsel aus Übersee — Llanquihue See 1856-1895. Eine textkritische Analyse der Briefedition Emilio Helds

13:30 Mittagessen

SEKTION IV: AUSWANDERERBRIEFE IN LITERATUR
14:30 Anna-Maria Post (Universität Erfurt): Kollektive Leseszenen — Auswandererbriefe in Malerei und Literatur

15:15 Anja Oesterhelt (Universität Gießen): Das Konzept “Heimat” in deutschsprachiger Literatur und Auswandererbriefen des 19. Jahrhunderts

16:00 Kaffeepause

16:15 Eva Eßlinger (Universität München): Erzählen und Erkennen. Heimkehrer in der deutschsprachigen Literatur des Realismus

17:00 Abschlussdiskussion

URL of original post: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=24949&gt

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